Bedienungsanleitung - Spitz - Bellen

Vorneweg ich bin kein Hundetrainer, übernehme keinerlei Haftung für Tips und keine Garantie, dass meine Erfahrungen und Tips wirklich funktionieren. Im Zweifelsfall sucht euch bitte einen guten Hundetrainer!  Was ich hier schreibe beruht auf eigenen Erfahrungen. Falls jemand Verbesserungsvorschläge hat oder etwas nicht gut findet, schreibt mir doch eine Email unter rezatspitze@gmail.com

Ich rate jedem Spitzerstling sich über die Rasse einzulesen, bzw. sich ein Buch anzuschaffen.

Spitze - so süß und klein auch manche sein mögen - sind Wachhunde. Dies bedeuted:
  • sie kündigen Besuch an
  • sie melden "Verdächtiges" (was "verdächtig" klingt oder riecht und dann auch tatsächlich ist, lasse ich mal dahingestellt. Jeder definiert hier für sich anders) 
  • sie sind gegebenenfalls misstrauisch gegenüber Fremden, der eine mehr, der andere weniger. Ich habe die Erfahrung gemacht dass beim Spitz Sympathie eine große Rolle spielt. Spitze - Ausnahmen bestätigen die Regel - können nicht jeden leiden. Seltsame "Gestalten" werden von meinen gerne mal verbellt.
Möchte man sicher einen Hund, der sich über jeden Besucher freut, sollte man sich für eine andere Rasse entscheiden. Sicher gibt es auch Spitze (und das nicht wenige) die Besucher toll finden, aber eben auch die genannten Exemplare die dem rassestandardt entsprechend Misstrauen gegenüber fremden Personen zeigen.


Bellen - Kläffen - melden - wachen
  1. Ein Spitz alleine ausgesperrt im Garten (übrigens die meisten anderen Hunde auch), ohne seine Menschen, wird sich langweilen und beginnen vorbeilaufende Passanten o.ä. zu verbellen, bzw. "sein" Grundstück zu bewachen. Spitze möchten immer bei ihren Menschen sein. Unsere Spitze haben den ganzen Sommer, solange es nicht regnet oder zu kühl ist, die Möglichkeit sich im Garten aufzuhalten. Sie tun dies aber nur, wenn wir Menschen uns mit im Garten befinden.
  2. Der kläffende Spitz an der Tür - und ihr brüllt von hinten er möchte nun bitte endlich aufhören mit allen möglichen Kommandos: Stellt euch vor eure Mannschaft hat Heimspiel... sie rennt auf das gegnerische Tor zu... ihr feuert sie von hinten an...... Genauso verhält es sich mit unseren Spitzen. Brüllt ihr von hinten feuert ihr die Hunde an a la "oh toll Herrchen/Frauchen machen mit". Versucht den Hund wegzuschicken, auf seinen Platz oder euch vor den Hund zu stellen und ihn wegzuschicken und Besuch erst reinzulassen wenn Stille ist (seufz, ja das gelingt hier auch nicht *haha*). Ich versuche auch immer wieder, wenn ich weg war, erst reinzukommen, wenn Ruhe ist.. Ja, die liebe Konsequenz...
  3. Der Spitz bellt übermäßig bei Besuch - wie könnte es dazu kommen? Wenn ihr selten Besuch bekommt ist es etwas Außergewöhnliches. Vielleicht seid ihr selbst nervös/aufgeregt (überträgt sich) oder der Besuch (wenn es unangenehmer ist) stresst euch? Habt ihr vorher vielleicht in Hektik (überträgt sich ebenfall) stundenlang die Wohnung geputzt, geschrubbt gesaugt (Sowas haben die Spitze dann auch sehr schnell raus, aha die polieren auf, da kommt bestimmt wer)?
  4. Einen bellenden Spitz nicht belohnen - außer er soll bellen. Bellen mich meine Hunde an, weil sie irgendetwas wollen, sei es Spielzeug, Futter etc. oder Gassi, gibts erst recht nichts. Bellt mein Spitz mich an, weil er den Ball will, ist der Ball weg und ich sage "Pech". Ebenso wenn wir das Grundstück schon bellend verlassen... drehe ich mich wieder um und gehe rein, ohne großes Theater. Das wiederhole ich nötigenfalls und sie haben es recht schnell kapiert. Anfeuerungen, auch von anderen Menschen a la "ja wo is er denn/ ja was hat er denn?" bitte versuchen zu unterbinden. Insbesondere Menschen die sich dann noch über den Hund bücken laden geradezu dazu ein den Spitz noch mehr zum Bellen zu animieren. Eine über den Hund gebeugte Haltung bedeutet in der Hundesprache übrigens eine "Bedrohung". UND WICHTIG: Nicht jedes Bellen sollte negativ wahrgenommen werden, bei euch wird bestimmt niemals eingebrochen. Meine Hunde dürfen auf den Schoß, fangen sie aber an zu bellen, müssen sie runter. Übrigens freundlich und ohne Hektik (animiert wieder) loben wenn der Spitz auf Kommando aufhört ist auch nicht verkehrt. Wir neigen immer dazu jede (für uns!!!) negative Hundeverhaltensweise zu kommentieren oder darauf zu reagieren. Wir sollten stattdessen unerwünschtes Verhalten öfters ignorieren/korrigieren und gewünschtes Verhalten IMMER belohnen, zumindest bis es sich gefestigt hat und auch danach hin und wieder.
  5. Antibell-Halsbänder: Halte ich für Spitze für ungeeignet (übrigens auch für jeden anderen Hund) und zwar aus folgendem Grund: Bellt der Spitz/Hund z.B. Kinder an, weil er sich vor ihnen fürchtet und bekommt gleichzeitig einen Sprühstoß oder gar einen elektrischen Schlag (ist ohnehin verboten) kann es zu einer Fehlverknüpfung im Gehirn kommen. Daher der Hund lernt den unangenehmen Sprühstoß mit dem Kind zu verbinden und findet fortan Kinder noch bescheuerter. Besser ist es seinen Hund zu beobachten, starrt er länger etwas an besteht die Möglichkeit, dass er beginnt zu bellen. Hier sollten ihr ihn ansprechen bevor er eine Kläfforgie startet und fürs Anschauen belohnen. Ausweichen, VORHER ablenken, Hund auf die dem anzukläffenden Objekt abgewandte Seite nehmen hilft übrigens auch, wenn auch nicht sofort. Hierzu müsst ihr konzentriert eure Umgebung wahrnehmen.
Zum Abschluss nochmals: Solltet ihr Probleme mit eurem Hund haben fragt im zweifelfalls IMMER einen kompetenten Hundetrainer!